Paul Gauselmann

Paul Gauselmann ist ein deutscher Vorzeigeunternehmer, Vorstandssprecher der Gauselmann Gruppe und Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Automatenindustrie e. V. (VDAI). Das in der ostwestfälischen Stadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke ansässige Unternehmen ist einer der Marktführer im Bereich Spielautomaten, Sportwetten und Geldverarbeitungssystemen.

Paul Gauselmann wurde am 26. August 1934 als Handwerkersohn in Borghorst bei Münster in Westfalen geboren. Er wuchs in Münster auf, wo er 1950 als Bester seines Jahrgangs die Volksschule erfolgreich abgeschlossen hat. Seine Jugend wurde geprägt vom 2. Weltkrieg und dem Wiederaufbau in der Nachkriegszeit. „Nächtliche Bombenangriffe auf Münster, die ständige Bedrohung durch den Krieg und große Entbehrungen lehrten mich zu improvisieren und mich durchzusetzen. Diese Erfahrungen haben mich für meinen weiteren Lebensweg sehr geprägt. Ich lernte, dass Mittelmaß nicht genug für mich ist. Ich wollte im Leben mehr erreichen als Normalmaß.“, gewinnt der Unternehmer heute der schwierigen Kindheit aber auch etwas Positives ab.

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Beruflicher Werdegang

Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf des Fernmelderevisors beim deutschen Telekommunikationskonzern „Telephonbau und Normalzeit“, heute Tenovis. Sowohl die Ausbildung als auch einen sechsmonatigen Sonderlehrgang in der Frankfurter Firmenzentrale von T+N, zu dem ihn das Unternehmen eingeladen hatte, absolvierte er mit Auszeichnung. Ein schneller Aufstieg in der Firma war vorprogrammiert und so wurde er mit erst 21 Jahren jüngster Revisor bei T+N mit einem eigenen Bezirk in Lengerich. Personalverantwortung für zwei Monteure gehörte damals bereits zu seinem Aufgabenbereich. Zudem bekam er einen eigenen VW und ein Monatsgehalt von 370,- Deutsche Mark, was zu der damaligen Zeit einen beachtlichen Verdienst darstellte.

Dennoch blieb Gauselmann nicht allzu lange in dem Unternehmen. Am 12. März 1956 wechselte er zum Generalimporteur für amerikanische Musikboxen von Wurlitzer in Coesfeld und konnte damit auch sein monatliches Einkommen auf 600 D-Mark steigern. Im Jahr 1957 stellte er trotz langer Arbeitstage mit einer regulären 48 Stundenwoche nebenberuflich Musikautomaten auf, was heute als Grundstein für die nach ihm benannte Gauselmann Gruppe gilt. Mit 17 Musikboxen und 100.000 D-Mark quergeschriebenem Wechsel begann die unternehmerische Erfolgsgeschichte von Paul Gauselmann. Hierbei konnte er später auch auf die Unterstützung seiner Brüder zählen. Ein Jahr nach dem Start der Aufstellertätigkeit stieg Bruder Willi in sein Geschäft ein, 1962 folgte mit Eugen ein weiterer Bruder.

8 Jahre später, genauer gesagt im Jahr 1965, arbeitete er als Entwicklungsleiter des unter anderem in der Herstellung von Automaten tätigen Espelkämper Unternehmen Harting und machte sich vollends selbstständig. Bereits damals hatte sein nebenberuflich aufgebautes Unternehmen 15 Angestellte, hatte zudem erste Patente für seine Erfindungen erteilt bekommen. Hauptgeschäft war der Umbau gebrauchter US-Musikboxen in ein neues Gehäuse. Gauselmann war damals aber nicht nur ein talentierter und erfolgreicher Jungunternehmer, sondern auch ein talentierter Tüftler, der viele Dinge entwickelt hat. Ihn zeichneten vor allem seine fachliche Kompetenz, ein beharrlicher Fleiß sowie der Blick für das Wesentliche, aber vor allem sein Ideenreichtum und Erfindungsgeist aus. Seine erste Erfindung war im Jahr 1956 die erste Fernwahlbox für deutsche Musikboxen, für die er sein erstes Patent angemeldet hat. Bis heute sind noch rund 300 eigene Patente gefolgt. „Die Grundpfeiler meines Erfolges waren und sind Industrieerfahrung im Bereich der Automatenwirtschaft, technisches Know-how, das ich während meiner Ausbildung bei ‚Telefonbau und Normalzeit‘ sammeln konnte und das notwendige Durchsetzungsvermögen. Das habe ich schon von Haus aus mitgebracht. Wie man richtig handelt und anleitet, das habe ich in den Nachkriegsjahren lernen müssen“, resümiert Gauselmann seinen Werdegang später.

Der Start des Glücksspieles

Bereits im Jahr 1974 eröffnete Paul Gauselmann mit seinem Unternehmen im norddeutschen Delmenhorst die erste eigene und moderne Spielothek unter dem bis heute aktiven Namen „Merkur“, bis heute eine weltweit bekannte Marke im Glücksspiel. Die Idee, die Automatenaufstellung für Spielgäste attraktiver zu gestalten, beschäftigte ihn bereits eine ganze Zeit. Dies war auch der Grundstein für das heutige Erfolgsunternehmung und die erste eigene Umgebung für das Automatenspiel in Deutschland. 1977 begann Paul Gauselmann mit der Produktion von eigenen Geld-Gewinn-Spiel-Geräten (GGSG). Das erste Modell war der „Merkur B“. Nur wenige Jahre später folgte im Jahr 1984 das Modell „Merkur Disc“, das sich über 40.000 mal verkaufte. Mit diesem Erfolg gelang Gauselmann der Aufstieg zum größten Anbieter von Geld-Gewinn-Spiel-Geräten aus Ostwestfalen. 2014 lief das zweimillionste Geldspielgerät in der Produktionsstätte in Lübbecke vom Band.

Basierend auf diesen erfolgreichen Anfängen hat das Tochterunternehmen Casino Merkur-Spielothek in den Folgejahren viele eigene Spielhallen eröffnet und sich in den folgenden Jahrzehnten zur größten nationalen Ketten von Spielotheken in Deutschland entwickelt. Der Schlüssel zum Erfolg und dem Aufstieg zum Marktführer lag und liegt noch heute vor allem an vielen neuen und abwechslungsreichen Funktionen und Features der Spielautomaten der Marke Merkur, die vor allem durch das gute Gespür Paul Gauselmanns, ganz genau zu wissen und zu beobachten, wo die Vorlieben der Spieler liegen, entstehen. „Ich habe immer versucht, den Spielern ‚ins Herz zu schauen‘, denn es kommt nicht nur auf eine gute Technik oder Steuerung an, sondern besonders auf die Wünsche der Kunden. Ein Spielgerät gegen die Bedürfnisse der Spielgäste zu entwickeln, das kann nicht gut gehen“, sagt Gauselmann. Auch heute ist Gauselmann noch einer der großen Ideengeber in der Entwicklungsabteilung des Unternehmens, wird aber natürlich von vielen jungen und talentierten Ingenieuren unterstützt.

Aber nicht nur in Deutschland ist das Unternehmen mit heute gut 200 eigenen Merkur-Spielotheken erfolgreich und die Nr. 1 auf dem Markt der Entertainmentcenter, sondern auch im Ausland. 1986 eröffnete die Gauselmann Gruppe das erste internationale Entertainmentcenter. 2006 folgte die Gründung der Merkur Casino GmbH, um die internationale Expansion voranzutreiben. Im Jahr 2014 wurde diese in die Casino Merkur International GmbH umfirmiert. Aktuell ist das Unternehmen unter dem Namen „Merkur Casino“ in acht europäischen Ländern aktiv: Großbritannien, Spanien, Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Serbien, Niederlande und Slowakei.

Heute ist das Tochterunternehmen adp Gauselmann GmbH mit der Marke Merkur Gaming für Entwicklung und Vertrieb von Unterhaltungsgeräten mit Geldgewinnmöglichkeit für den internationalen Markt zuständig. Seit Ende 2002 ist die adp Gauselmann GmbH sogar nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert, womit die Gauselmann Gruppe das erste TÜV-geprüfte Unternehmen der Glücksspiel-Branche war. 2003 erhielten auch die Segmente Gauselmann Großhandel und Merkur Servicegesellschaft die Zertifizierung, 2014 folgte die Zentrale von Casino Merkur-Spielothek.

Zur Gauselmann-Gruppe gehören heute zahlreiche Tochterunternehmen, die natürlich auch in den neuen Märkten sehr aktiv sind, u.a. im Bereich Online-Gaming, Sportwetten und Finanzdienstleitungen. Dieses Unternehmenssegment bündelt seit 2006 die damals neu gegründete Merkur Interactive GmbH. Im Jahr 2012 folgte mit der Übernahme der britischen Spielstättenkette Praesepe der bisher größte Zukauf in der Unternehmensgeschichte. 2014 eröffnete das Unternehmen zudem die erste Spielbank in Leuna-Günthersdorf in Sachsen-Anhalt.

Familie

Paul Gauselmann ist in zweiter Ehe mit Karin Gauselmann verheiratet. Sie war bis zum 31. Juli des Jahres 2008 Mitglied des Aufsichtsrates der Gauselmann AG und steht dem Kuratorium der Gauselmann Stiftung vor. In seinen beiden Ehen hat Paul Gauselmann insgesamt vier Söhne hervorgebracht, von denen einer im Vorstand und einer im Aufsichtsrat der Gauselmann Gruppe tätig ist.

Diplom-Kaufmann Armin Gauselmann sitzt im Vorstand und ist dort für die Bereiche Personal und Immobilien verantwortlich. Außerdem betreut er das „Deutsche Automatenmuseum – Sammlung Gauselmann“, das Michael Gauselmann im Jahr 1985 eröffnet hat. Diplom-Kaufmann Michael Gauselmann hat in über drei Jahrzehnten die Internationalisierung des Unternehmens maßgeblich vorangetrieben. Außerdem hat er 1990 zusammen mit jungen Aufstellunternehmern das „FORUM Junger Automatenunternehmer in Europa e.V.“ gegründet, das heute „FORUM für Automatenunternehmer in Europa e.V.“ heißt. Karsten Gauselmann unterstützt im Aufsichtsrat die Geschicke des Unternehmens. Zudem hat Peter Gauselmann Verdienste im Unternehmen, da er in den 1980er Jahren den Aufbau EDV-Abteilung, der heutigen BEIT Systemhaus GmbH, maßgeblich geleitet hat.

Sonstige Aktivitäten

Neben der Arbeit in seinen Unternehmen ist Paul Gauselmann auch seit vielen Jahren in der Verbandsarbeit tätig. Bereits seit dem Jahr 1966 ist er führend in diversen Branchenverbänden aktiv. Im Verband der Deutschen Automatenindustrie e.V. (VDAI) steht er seit 1981 ununterbrochen vor.

Zu seinem 65. Geburtstag gründete Paul Gauselmann die Gauselmann-Stiftung mit einer Million D-Mark Grundkapital. Durch diverse Zustiftungen verfügte sie später über ein Stiftungskapital von fünf Millionen Euro. Anlässlich des 80. Geburtstags der Ehefrau Karin Gauselmann wurde diese 2015 in die Paul und Karin Gauselmann Stiftung umbenannt. Zeitgleich wurde das Stiftungskapital von fünf auf zehn Millionen Euro aufgestockt. Der Stiftungsbeirat der Gauselmann-Familienstiftung setzt sich aus Paul und Karin Gauselmann sowie drei der Söhne und zwei Enkeltöchtern zusammen.

Eine weitere Stiftung ist die „Stiftung Kinderfamilien-Hilfe“, die Paul Gauselmann mit einem Stiftungskapital von 1 Million Euro seit Ende 2008 unterstützt und die sich um minderjährige Kinder kümmert, deren Eltern durch die die Spielsucht in Schwierigkeiten geraten sind.

In einem weniger positiven Licht fiel Gauselmann 2011 durch einen Bericht der Süddeutschen Zeitung, die Parteispenden von Paul Gauselmann und seinem Umfeld aufdeckte. Laut dem Bericht wurden Bundestagsabgeordneten aller Parteien Spenden unter der Deklarierungshöhe des Deutschen Bundestages zugedacht. Nach einer Hausdurchsuchung bei Gauselmann im April 2011 stellte die Staatsanwaltschaft Bielefeld die Ermittlungen wegen des Verdachtes der verdeckten Pateienspenden ein.

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